August Schmidt ((1825-1911) und Meissen

Kunstsammler und Stifter aus Leidenschaft
4. Februar - 27. März 2011




Unbekannt
August Schmidt, 1851
Lithographie nach einer Zeichnung von Wilhelm Unger
Foto: Regionalmuseum Neubrandenburg



Die fast vollständig verlustig gegangene Städtische Kunstsammlung (1890-1945) verdankte ihr Bestehen zwei Bürgern der Stadt Neubrandenburg, die ihre wertvolle Kunstsammlung dieser per Legat vermachten.
Nach Henry Stoll (1822-1890) war es vor 100 Jahren August Schmidt (1825-1911).
Am 8. März 1911 verstarb der gebürtige Neubrandenburger August Schmidt in seiner Heimatstadt. Dessen wertvolle Kunstsammlung ging schon auf seinen Vater zurück, von dem er die Kunstwarenhandlung übernahm. Er war nicht nur Händler, sondern ein leidenschaftlicher Sammler, dem ausgeprägter Qualitätssinn bescheinigt wurde.
Wer Schmidt noch zu seinen Lebzeiten in der Mitte seiner für ihn einzigen Welt besucht hat, dem wird unvergesslich sein, wie seine ganze Seele in den schönen Blättern lebte, und wie der Stolz aus seinem freundlichen und feinen Antlitz leuchtete, wenn er fühlte, wie seine Besucher Anteil nahmen an dem, was sein Leben ausfüllte. Diese [seine] schöne porzellanene griechische Götterwelt wird von den Besuchern Neubrandenburgs immer wieder angestaunt und bewundert. Sie ist der Glanzpunkt der ganzen Kunstsammlung . (Richard Görschner: Dem Gedächtnis des Kunstsammlers August Schmidt, in: Neubrandenburger Zeitung, Beilage, Nr. 300, 76. Jahrg.(1925-12-24)

Ein Großteil der bei den archäologischen Grabungen 2006 auf dem Marktplatz völlig überraschend aufgefundenen Porzellanscherben entstammen Schmidts Sammlung und kommen aus der Meissener Manufaktur.
Die Ausstellung zeigt seine Meissener Porzellane in teilrestauriertem und restauriertem Zustand. Stilistisch lassen sich die figürlichen Arbeiten dem Klassizismus zuordnen, der in Meissen von 1764 bis 1814 Einfluss auf die Entwürfe der Porzellanfigurinen hatte.
Als besonderer Höhepunkt sind Leihgaben des Archivs der Meissener Manufaktur in die Präsentation eingeordnet. Es handelt sich dabei um unikate Entwurfs- und Modellzeichnungen aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu Geschirren, Porzellanfiguren und -gruppen, sowie Radierungen von Johann Joachim Friedrich Elsasser. Ein beachtlicher Teil dieser Leihgaben hat einen direkten Bezug zu Schmidts Porzellanen.





Christian Gottfried Jüchtzer
Zephir und Flora, 1786-1790
Graphit, Sepia
Werkarchiv Meissen

Johann Joachim Elsasser
Diana und Endymion, aus: Konturen, 1785-1792
Radierung auf Ingres
Werkarchiv Meissen




Johann Joachim Elsasser
Büßende Magdalena, aus: Konturen, 1785-1792
Radierung auf Ingres
Werkarchiv Meissen

Unbekannt
Wer kauft Liebesgötter? 2. Hälfte 19. Jahrhundert
Aquarell auf Papier
Werkarchiv Meissen




Christian Gottfried Jüchtzer
Die Glückseeligkeit des Schlafes, Modell von 1786
Biskuitporzellan, Meissen
Provenienz: Städtische Kunstsammlung
© Werkfotos: Bernd Kuhnert, Berlin

Plakat
Gestaltung: Michael de Maiziere, Berlin
© Werkfotos: Bernd Kuhnert, Berlin
3,00 €




Die Luft (Hera)?, Fragment, 1751-1760?
Porzellan staffiert, 15 x 6 x 6 cm
wohl Longton Hall, Provenienz: Städtische Kunstsammlung (1890-1945) in Neubrandenburg
© Werkfotos: Bernd Kuhnert, Berlin
1,00 €


Weiblicher Kopf, Fragment
Porzellan staffiert, 5,2 x 4,5 x 4 cm
Herkunft unbekannt
Provenienz: Städtische Kunstsammlung (1890-1945) in Neubrandenburg
Biskuitporzellan, Meissen
© Werkfotos: Bernd Kuhnert, Berlin
1,00 €





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