Strawalde
24. September - 8. November 2009



Jürgen Böttcher (*1931), der sich als Maler Strawalde, nach dem Ort seiner Kindheit, nennt, besitzt als Künstler eine außergewöhnliche Doppelbegabung:
Er ist nicht nur ein begnadeter Maler, sondern auch wegweisender Dokumentarfilmregisseur und Autorenfilmer.
Sein Schaffen spannt sich von gegenständlichen, sinnlichen, eruptiven Malereien mit reizvoller Bildhaut, wie seine "Weibsbilder", zu denen die Werkserie "Anna Chron" voller berührender Melancholie gehört, bis hin zu lyrisch kalligrafischen Abstraktionen, Assemblagen oder Skulpturen.
Strawalde studierte von 1949 bis 1953 Malerei an der HfBK Dresden bei Wilhelm Lachnit.
Hier versammelte er als wichtiger Anreger (u. a. für A. R. Penck) einen Kreis von jungen Künstlern um sich.
Für seine Malerei sah er auf Grund der Formalismusdebatte der 1950er Jahre keine Chance,
studierte dann von 1955 bis 1960 Filmregie an der Hochschule für Filmkunst in Potsdam-Babelsberg und war bis 1991 Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme in Berlin.
Mit seinen Filmen fand er, trotz vieler Aufführungsverbote, Anerkennung.
Seine Malerei dagegen fand im offiziellen Kunstbetrieb der DDR kaum Beachtung.

1994 erhielt Strawalde für sein künstlerisches Gesamtwerk den "Officier de l'Ordre des Arts et des Lettres" vom französischen Präsidenten, 2001 das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der BRD und 2006 die Berlinale-Kamera für sein Lebenswerk.







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