Wilma Pietzke (1912-1977)
"... Mit Malen begonnen! Welch Glück!"

21. Dezember 2006 - 18. Februar 2007

Seit 1982 besitzt die Kunstsammlung Neubrandenburg den künstlerischen Nachlass der 1912 in Bromberg geborenen und 1977 in Bellin bei Ueckermünde verstorbenen Künstlerin Wilma Pietzke.
Dieser wurde als Bestandteil musealer Forschung gesichtet, restauriert und aufbereitet.
Mit der Ausstellung, die in das 30. Jahr ihres Todes hineinreicht, und einem monografischen Katalog (64 Seiten mit 40 Abbildungen zum Preis von 10 €) soll das Schaffen der Malerin wieder stärker in Erinnerung gebracht werden. Ihr Lebensweg kann als symptomatisch für den einer Künstlerin angesehen werden. Aus gutbürgerlichem Hause kommend, hatte Wilma Pietzke in jungen Jahren eine künstlerische Ausbildung genossen, konnte den Beruf nach Gründung einer Familie jedoch erst seit Mitte der 1950er Jahre ausführen. In dieser Zeit verließ ihr Mann die Familie. Sie trug die alleinige Verantwortung für zwei Kinder und hatte sowohl den Unterhalt aufzubringen als auch die finanzielle Belastung einer Hypothekenschuld auszugleichen.
Es war ein harter Lebensabschnitt mit finanziellen Nöten, auch da der Prozess der künstlerischen Selbstfindung erst begann und wenig Zeit zum Schaffen und zur Konzentration auf das Werk blieb. Hilfe erfuhr sie insbesondere durch Künstlerkollegen der Insel Usedom.
Ihr Œuvre umfasst im Wesentlichen Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und keramische Wandarbeiten an öffentlichen Gebäuden.
Zu Beginn ihres Schaffens sind es vor allem Natureindrücke, die sie in Landschaften und Stillleben darstellt. Seit Ende der 1950er Jahre verarbeitet sie insbesondere in figurativen Werken sinnbildhaft und allegorisch menschliche und gesellschaftsrelevante Themen.
Ihre besondere malerische Fähigkeit äußert sich in den experimentellen Arbeiten, die ab 1968 entstanden sind. In einer Zeit, die Experimenten gegenüber relativ unverständig war, hatte sich Wilma Pietzke mit öffentlicher Kritik auseinanderzusetzen. Sie beharrte auf ihrem künstlerischen Anspruch. Sie schuf mit Begeisterung, voller Kraft und Leidenschaft, die in ihren Arbeiten spürbar sind, ungebrochen von ihrer Krebserkrankung, ein reichhaltiges Werk. Die retrospektive Ausstellung umfasst Werke aus dem Bestand und Privatleihgaben.







Wilma Pietzke
Zwei Katzen auf gelber Decke, 1969
Eitempera, auf Hartfaser
60,0 x 86,5 cm
Privatbesitz

Wilma Pietzke
Liegende katze II, um 1968
Pinsel, Tusche, Pastellkreide auf Karton
29,5 x 41,8 cm
Inv.-Nr.: 2006/27/Gr




Wilma Pietzke
Vegetation (Formation), 1968
Eitempera, Beton, Zweige auf Hartfaser
125,0 x 87,5 cm
Inv.-Nr.: 2004/11/G

Wilma Pietzke
Bulgarischer Granit, 1971
Eitempera auf Hartfaser
89,7 x 80,0 cm
Privatbesitz




Wilma Pietzke
Landschaft mit Fischerbooten, um 1964
Aquarell, Kohle auf Papier
48,0 x 62,0 cm
Inv.-Nr.: 638

Wilma Pietzke
Fahrerlaubnis (Nachtfahrt), 1965
eitempera, Öl auf Hartfaser
80,0 x 50,0 cm
Inv.-Nr.: 2006/5/G




Wilma Pietzke
Bäume, 1975
Öl, Naturmaterialien auf Hartfaser
111,7 x 136,5 cm
Inv.-Nr.: 2000

Wilma Pietzke
Nachklang, 1961
Öl auf Leinwand
80,2 x 60,5 cm
Inv.-Nr.: 751




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